logo logo ende deutsche fahne englische fahne russische fahne
Rosetta - Die Landung auf einem Kometen
NEUIGKEITEN:

Wie die Raumfahrtbehörde ESA am Sonntagnachmittag mitteilte, ist der Lander „Philae“ auf dem Kometen „Tschuri“ wieder aufgewacht! Nach einer holprigen Landung im November 2014 auf dem Kometen, bei dem der Lander in einem Gebiet mit wenig Sonneneinstrahlung aufkam und damit seine Energiezellen nicht mehr laden konnte, wurde er in einen Tiefschlaf versetzt. Mehrmals versuchte die ESA seitdem ihn wieder zu erwecken. Nun ist es gelungen und „Philae“ sendet Signale zurück zur Erde. Seine erste Meldung war: "Hello Earth! Can you hear me?" #WakeUpPhilae

ESA twitter Meldung

weitere News hier:

Focus online

FAZ

Spiegel online





Rückblick:


1993 begann die ESA, die europäische Weltraumorganisation, mit der Planung einer Mission, an deren Ende eine von Menschen geschaffen Sonde auf einem Kometen landen sollte.

Missionslogo Am 2. März 2004 startete eine Ariane 5 Rakete von Kourou, Französisch-Guayana. Das Ziel: Die Landung auf einem Kometen. Da keine Rakete der Welt die schwere Sonde bis zu dem 500 Mio. km entfernten Kometen transportieren kann, musste Rosetta ein interessantes Manöver unternehmen, auch Swing-By-Manöver genannt. Dabei flog sie 3 Mal um die Erde und einmal um den Mars, um so Schwung zu holen und bis zu dem Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko (kurz: "Tschuri") zu gelangen.

Nach einer 10 jährigen Reise erreichte Rosetta am 6. August 2014 ihren Zielkometen und sendete erste Bilder zur Erde. Aufgrund dieser Bilder wurde ein geeigneter Landeplatz ausgesucht, der nicht zu zerklüftete ist, aber dennoch genug Sonnenlicht bietet, um die Solarpanels des Landers "Philae" aufzuladen.

Jubel im Kontrollzentrum der ESA nach erfolgreicher Landung Am 12. November 2014 war es soweit und die ganze Welt verfolgte die Landung auf dem Kometen. Kurz nach 10 Uhr MEZ erfolgte die Trennung des Landers Philae von der Muttersonde Rosetta. Für 16.34 Uhr MEZ erwartete man die Landung. Aufgrund der Entfernung braucht das Funksignal das Philae nur über die Muttersonde schicken kann etwa 28 Minuten bis zur Erde. Um 17.03 Uhr kam die erlösende Nachricht und Jubel brach im ESA Kontrollzentrum in Darmstadt aus: Philae hat Kontakt mit "Tschuri"!
Zunächst sah alles sehr gut aus, man ging davon aus, dass die Landung recht gut geklappt hat, und auch die Harpunen, die den Lander auf dem Kometen festhalten sollen, abgefeuert wurden. Etwa 19 Uhr erhielt man das erste Bild, das Philae im Landeanflug geschossen hatte.
Die für 19.30 Uhr geplante Pressekonferenz mit dem erwarteten Panorama von Philae musste verschoben werden. Scheinbar war die Landung doch nicht so reibungslos verlaufen, wie es zunächst den Eindruck erweckt hatte. ESA-Experten gehen davon aus, dass Philae auf dem Kometen aufsetzte, wieder abprallte und etwas später erneut auf dem Kometen landete. Feststeht, dass die Harpunen versagt haben und Philae möglicherweise auf sehr weichem Untergrund oder schräg auf dem Boden steht. Außerdem bricht der Funkkontakt hin und wieder ab.

13. November 2014
Bisher arbeitet das Labor von Philae trotz aller Schwierigkeiten gut und es konnten schon erste Experimente durchgeführt werden. Um 14 Uhr MEZ wird es eine Pressekonferenz der ESA geben, bei der es weitere Informationen zur Landung und den folgenden Ereignissen geben wird.

Lage von Philae Auf der Pressekonferenz wurde bekannt gegeben, dass "Philae" nach dem Aufsetzen am gestrigen Mittwoch wohl noch zwei Mal von der Oberfläche abgeprallt sei, da u.a. eine Düse nicht funktioniert habe. Der kühlschrankgroße Roboter steht zur Zeit wahrscheinlich nur auf 2 Beinen an einer Schräge. Wo genau er sich jedoch befindet, werden die ESA-Experten erst noch herausfinden müssen. Vermutlich ist er etwa 1 km entfernt von der ursprünglichen Landestelle, in der Nähe von einigen Hügeln bzw. Bergen. Dies könnte zum Problem werden, wenn "Philae" durch den Schattenwurf nicht genug Sonnenlicht bekommt, um seine Solarzellen aufzuladen. Ob es möglich ist den Lander noch einmal umzupositionieren wird sich in nächster Zeit zeigen.
Bisher arbeitet das Labor gut und über die Rosettasonde konnten schon weitere erstaunliche Bilder an die Erde übermittelt werden.
Die Forscher erhoffen sich Erkenntnisse über die Entstehung des Sonnensystem und entscheidende Antworten auf Fragen wie: Wie kam das Wasser auf die Erde? Warum existiert der Mensch? Oder Woraus bestehen Kometen genau?
Die Mission ist bis Ende 2015 geplant.

14. November 2014
Der Lander "Philae" steht nun endgültig mit allen drei Füßen fest auf dem Kometen, das gaben Sprecher der ESA bekannt. Auch mit der Bohrung in den Kometen konnte begonnen werden. Dies war zunächst noch unsicher, da die Experten vermuteten, dass mit der Bohrung das Mini-Labor einen Rückstoß bekommen könnte und sich somit vom Kometen abstoßen könnte. Dies ist nicht passiert. Der Bohrer konnte etwa 25cm tief in dem Kometen eindringen und "Philae" soll diese Bodenproben analysieren.
Da "Philae" aber nicht an der geplanten Stelle des Kometen gelandet ist, sondern nun in einiger Entfernung in der Nähe eines Kraters oder Hügels steht, wird das Mini-Labor laut Aussagen der ESA, der europäischen Weltraumorganisation, nicht die Menge an Sonnenlicht bekommen, die es bräuchte, um seine Arbeit uneingeschränt fortführen zu können. Die Experten im Kontrollzentrum des DLR in Darmstadt gehen davon aus, dass "Philae" Freitag Abend seinen Dienst einstellen wird. Somit wird der Lander zunächst in einem Tiefschlaf fallen und keine Experimente mehr durchführen oder Daten zurücksenden können. Mitarbeiter der Rosetta Mission hoffen nun darauf, dass "Philae" wieder zum Leben erwacht, wenn der Komet "Tschuri" sich der Sonne nähert, und damit die Batterien des Labors wieder aufladen kann. Ihnen gelang es noch den Lander um 35 Grad zu drehen, um etwas mehr Sonnenlicht auf seine Solarzellen zu bekommen. Ob dieser Versuch klappt, wird sich in nächster Zeit zeigen.

15. November 2014
Um 01.36 Uhr stellte "Philae" seine Arbeit auf dem Kometen "Tschuri" ein. Grund dafür ist der erschöpfte Akku des Mini-Labors. Damit ist jegliche Kommunikation mit dem Lander ausgeschlossen.
Dennoch gilt diese Mission bisher als enormer Erfolg. Nie zuvor war es Menschen gelungen auf einem Kometen, der mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit durch das Weltall fliegt, zu landen. Die bisher erhaltenen Daten werden hoffentlich Aufschluss über die Beschaffenheit solcher Brocken im All geben und eventuell bei der Klärung der Fragen helfen, wie Wasser auf die Erde gelangen konnte und wie sich Leben entwickeln konnte. Damit ist es der Menschheit möglich, einen tiefen Blick in die Vergangenheit des Universums zu werfen.

Die Muttersonde Rosetta funktioniert weiterhin ohne Probleme und wird laut ESA auch weiterhin den Kometen umkreisen und hin und wieder einen Blick auf "Philae" werfen können. Bei der Annäherung des Kometen an unsere Sonne ist es möglich, dass das Mini-Labor wieder genug Sonnenlicht bekommt, um aus seinem Tiefschlaf zu erwachen und seine Arbeit wieder aufnehmen zu können. Der technische Leiter der ESA schätzt diesen Zeitpunkt jedoch auf frühestens 2 Monate.


weitere interessante Links:


Die Rosetta-Startseite der ESA

DLR Rosetta Sonderseite

Bildergalerie des DLR

Hier sind alle Fakten der Rosetta Mission nochmal zusammengefasst

Hier kann der Webcast zur Landung nochmal angeschaut werden

Rosetta - Die Landung auf einem Kometen



Letzte Aktualisierung: 22.03.2017 , Kontakt/Impressum, Site Log, Login