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Polarlichter 17./18. März 2015
Liebe Sternenfreunde,
in Vorbereitung auf die Partielle Sonnenfinsternis und dem Deutschen Astronomietag ereignete sich vergangene Nacht ein wahres Farbenspiel am irdischen Himmel: POLARLICHT!

War das Polarlicht vorhersehbar?
Es gibt spezielle Messpunkte und Sonnenteleskope im All, welche die Aktivität unserer Sonnen 24h am Tag überwachen. Mit dem Blick auf die Daten des Weltraumwetters, gab es am Vorabend vielversprechende Indizien für ein sichtbares Polarlicht über Deutschland und die Sternenfreunde Riesa bezogen umgehend ihre Beobachtungsposten. In Hamburg, Leipzig, Dresden, Liebschütz und natürlich auf dem Flugplatz Canitz beobachteten Mitglieder und Gäste des Vereins dieses seltene Himmelsschauspiel. Schon mit Einbruch der Dämmerung wurden erste sog. Beamer gesichtet und zusammen mit dem Abendstern Venus bot sich dem Betrachter ein wundervoller Anblick.

Was war zu sehen über der Region? Buntes Polarlicht, wie man es von Bildern kennt?
Nachdem sich dann die leichten Wolken aufgelöst hatten, war der Blick frei für die Lichtershow am Himmel. Die gesamte Zeit über war eine deutliche Aufhellung des Nordhimmels sichtbar und auf ersten Fotos zeigte sich die deutliche grüne Farbe eines Polarlichtbogens in Horizontnähe. In der Zeit von 20 Uhr, 22 Uhr, 24 Uhr und 03 Uhr waren deutliche Polarlichter sichtbar. Um Mitternacht waren diese sogar so intensiv, dass der gesamte Nordhimmel mit Lichtsäulen überzogen war und alles in ein sattes Grün und kräftigem Rot eingehüllt war. Fantastisches Farbenspiel, welches in dieser Intensität letztmals nur mit dem Großen Polarlichtsturm von Oktober und November 2003 zu vergleichen ist. Im schnellen Wechsel zogen die Lichtstrahlen über den Nordhimmel und boten einen ehrfürchtigen Anblick.

Wie entstehen solche Polarlichter?
Was für Energien notwendig sind, damit die Atmosphäre der Erde zum Leuchten angeregt wird, vermag man sich kaum vorstellen. Doch die Sonne, unser Stern, erzeugt jeden Tag Unmengen von Energie und schleudert diese ins All und Sonnensystem hinaus. Derzeit ist eine kleine Sonnenfleckengruppe auf der Oberfläche zu sehen und dieser Fleck zeigte in den vergangenen Wochen etliche kleine und große Ausbrüche, sog. Flares. In günstiger Position wird das dabei herausgelöste Sonnenmaterial in Richtung Erde geschleudert und bewegt sich mit mehreren Hundert bis tausend Kilometern pro Stunde durch das All. Nach nur knapp 2 - 3 Tagen erreicht der Sonnensturm nach 150 Millionen Kilometern Reise schon die Erde, wird am Erdmagnetfeld hin zu den Polarregionen der Erde gelenkt und reagiert dort mit den Molekülen der höheren Erdatmosphäre. In 100 - 300km Höhe entstehen dann diese Leuchterscheinungen, also weit über den Wolken, die wir am Himmel sehen können. Die Bilder zeigen einen kleinen Ausschnitt der Ereignisse der Nacht und es war ein tolles, für viele vor Ort auch erstmaliges Erlebnis über dem Himmel der Heimat. Auch zum Astronomietag am kommenden Samstag werden wir noch einmal Bilder und Berichte der Polarlichtbeobachtungen für die Gäste bereithalten. Ab 14 Uhr gehts an der Sternwarte Riesa los.

© Sternwarte Riesa e.V. / Schwager
Letzte Aktualisierung: 04.12.2016 , Kontakt/Impressum, Site Log, Login