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Aktuelle Info September 2016

Aktuelle Info vom 12. September 2016: Feedback zum ESA Bürgerforum in Darmstadt


Liebe Sternenfreunde, liebe Pressevertreter,

Europaweites Bürgerforum zur Raumfahrt - auch 2 Riesaer mit dabei

Das vergangene Wochenende war historisch, denn nie zuvor gab es auf der Welt eine solch breit angelegte und große Bürgerbeteiligung an einem Regierungsprogramm. Dies teilte Generaldirektor Prof. Dr. Jan Wörner zu Beginn der Debatte in Darmstadt mit. In 22 Ländern fanden am Sonnabend 10. September 2016 simultan Bürgerforen der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA statt. Insgesamt tagten Europaweit 2300 Teilnehmer aller Mitgliedsstaaten und diskutierten um die Aufgaben, Herausforderungen und Zukunft der europäischen Raumfahrt. Die Ergebnisse dieser Bürgerforen werden demnächst veröffentlicht werden und sollen dem Ministerrat der Mitgliedsstaaten im Dezember präsentiert werden. Jan Wörner will den Einbezug dieser Ergebnisse in der künftigen Ausrichtung der ESA und setzte auch gegen Widerstand aus der EU dieses Bürgerforum innerhalb der ESA durch. Er will keine ferngesteuerten Entscheidungen zu diesem wichtigen öffentlich finanzierten Raumfahrtprogramm allein aus Brüssel, Berlin, Paris oder anderen Hauptstädten, sondern er will auch die Meinung der Bürger aus dem Forum in künftige Entscheidungen mit einfließen lassen.
DANKE an Generaldirektor Prof. Dr. Jan Wörner für diese Möglichkeit der Partizipation an diesem Weltraumprogramm und Danke an die ESA und dem NEXUS Institut für die tolle Organisation dieser Bürgerdebatte an allen Orten in Europa. In jedem Mitgliedsstaat der ESA wurden jeweils 100 Bürger ausgewählt, am Forum persönlich teilzunehmen und allein in Deutschland gab es über 500 Bewerber.

Wie kam man an eine Einladung zu dieser Bürgerdebatte? Warum sind nicht 3 aus Riesa dort gewesen?

Eine Einladung zu dieser Bürgerdebatte erhielt die Volkssternwarte Riesa im Juli 2016 und noch am selben Tag bewarben sich insgesamt 3 Mitglieder für die Teilnahme. Damals rechneten wir mit maximal 1 Vertreter dort, doch dass gleich alle 3 angenommen und im September eingeladen wurden, damit hatte niemand wirklich gerechnet. Leider musste Vereinsmitglied Claudia Pigors ihre Teilnahme wegen Krankheit absagen und konnte nicht mit. Vereinsmitglied Sabrina Hofmann und Sternwartenleiter Stefan Schwager machten sich aber auf den Weg, um ihren persönlichen Beitrag zur Europäischen Raumfahrt zu liefern.

Wie war es in Darmstadt und bei der ESA? Was waren die Themen bei der Tagung?

Gleich bei Ankunft in Darmstadt am 09.09.2016 besuchten wir das ESOC und freuten uns auf die Teilnahme dort. Am Sonnabend waren wir dann von 8 - 19 Uhr bei der ESA und nach unserer Kenntnis, waren wir die Einzigen aus Sachsen. Genauer noch, die 2 Riesaer vertraten also ca. 2% der deutschen Beteiligung an diesem 1. Bürgerforum der ESA und wir haben uns mit voller Energie dort eingebracht. In mehreren Arbeitsrunden wurden verschiedene Themen um die Raumfahrt allgemein, aber immer in Bezug zur ESA bearbeitet. Themen waren u.a. Weltraummüll/ Weltraumschrott, zukünftige Missionsziele, Finanzierung, Kooperationsmöglichkeiten, politische Ausrichtung, technische Entwicklungen, Gefahrenabwehr, wirtschaftliche Vernetzung oder vor allem auch der Alltagsbezug von Raumfahrt im Leben aller Menschen.

Was kostet jeden Bürger die ESA/ Raumfahrt und was bringt sie jedem im täglichen Leben?

Vielen Bürgern in Europa ist es nicht bewusst, dass die Europäische Raumfahrt jeden Steuerzahler nur 12 € pro Jahr kostet. Der Anteil der bemannten Raumfahrt liegt mit nur 3 € pro Kopf und pro Jahr noch deutlich darunter. Doch im Umkehrschluss bringt jeder einzelne Euro an Investition in die Raumfahrt mindestens 4€ an Ertrag wieder in die Gesellschaft zurück. Englischen Studien zufolge liegen die wirtschaftlichen Vorteile mit der Raumfahrt sogar beim 6 - 12 fachen. Jeder Bürger muss sich mal fragen, was er im Jahr so alles für 12 Euro kauft und nutzt. Und dann muss sich jeder Bürger einmal bewusst machen, was man tagtäglich von den Ressourcen und Errungenschaften der Raumfahrt für sich in Anspruch nimmt und nutzt? Und das für nur 12 Euro im Jahr? Jedes Mobiltelefon, jedes Navi und jeder Internetvertrag kostet im Jahr deutlich mehr und die Nutzung dessen hängt unmittelbar mit der 100% Funktionalität der Raumfahrt zusammen. Täglich nutzen wir GPS, Navigation und Wetterdaten vollkommen kostenlos und die gegenwärtige Gesellschaft basiert auf diesen Dingen. Nicht wegzudenken, was passieren würde, wenn plötzlich keine Satelliten mehr funktionieren würden. Nichts würde mehr gehen - kein Wasser, kein Strom, kein Benzin, keine Milch, keine Züge und Flüge mehr - es würde alles stillstehen. Die Vernetzung ist einfach zu komplex, dass jeder Bürger die Funktionalität der Raumfahrt für sich als selbstverständlich voraussetzt.

Das wissen auch die Entscheidungsträger in Europa und geben der ESA dafür im Jahr insgesamt 5,25 Milliarden Euro, um all diese Aufgaben abzusichern und auch Forschung zu betreiben. Nur 3,74 Milliarden Euro verbraucht die ESA für Tätigkeiten und Programme ohne externe Programmpartner. Doch müsste es nicht viel mehr sein, wenn es um derart bedeutsame Grundlagen geht? Wen würden 25 oder gar 100€ pro Kopf stören, wenn wir für Militär das X-fache an Kosten pro Jahr vergeben?

Was waren speziell Riesaer Ideen in der Debatte und was haben die Riesaer diskutiert?

Dies war nur 1 Beispiel um die vielfältigen Diskussionspunkte bei der Bürgerdebatte und es war bereichernd und absolut spannend in vorderster Reihe mit den Akteuren der Raumfahrt vor Ort zu sprechen. Uns aktiv in den Diskurs mit unserem Wissen und unseren Erfahrungen aus Riesa mit einzubringen, verstehen wir als selbstverständlich und als Vertreter eine Volkssternwarte auch als unsere Pflicht. Aber es ist uns auch eine sehr große Freude uns persönlich mit diesen Themen zu beschäftigen und auch die Einladung zu bekommen, persönliche Ideen und Visionen ins Thema einfließen zu lassen. So schlugen wir in einer Aufgabenrunde u.a. vor, Expeditionen zu den äußeren Planeten Uranus und Neptun von Europa aus zu unternehmen, denn seit den 80-er Jahren waren keine Raumsonden mehr dort und es gibt dort noch viel zu erkunden. Wir bekräftigten mehrmals die Auseinandersetzung um die Lösung des Problems Space Debris also dem Weltraumschrott und dass hier ein zentraler Fokus, auch unter Europäischer Vorreiterrolle, gesetzt werden sollte. Weltraummüll ist ein stark wachsendes Problem, welches derzeit unlösbar über unseren Köpfen wächst. Auch die Erkundung der Sonne sollte Thema werden, denn wenn Raumsonden in die Nähe der Sonne geschickt werden, lernen wir einerseits sehr viel über unseren Stern und andererseits müssen wir z.B. Materialien entwickeln, welche hoher Strahlung, hohen Temperaturen und energiegeladenen Teilchen standhalten kann. Diese Entwicklungen und Erkenntnisse können uns dann dabei helfen, z.B. neue Energiequellen wie z.B. der Kernfusion weiterzuentwickeln, oder auch moderne und widerstandsfähige Computer und Materialen zu entwickeln. Die ESA zeigt, wie friedliche Zusammenarbeit unter Nationen in Europa seit 1975 Jahren funktionieren kann und die Internationale Raumstation ISS beweist, dass die Menschheit zu friedlicher Zusammenarbeit über alle Grenzen und über jeden Glauben hinweg zusammenarbeiten und sich entwickeln kann. Das muss der Bevölkerung viel bewusster werden, dass neben allen Problemen des irdischen Alltages, die Zusammenarbeit im Weltraum über alle Grenzen hinweg reibungslos funktioniert und dies im Dienste der gesamten Menschheit passiert. Weitere Ergebnisse demnächst unter: http://www.citizensdebate.space/de_DE/results

Besondere Überraschung: Der Blick in die Kontrollzentren des ESOC - seltene Momente

Mit einem persönlichen Zertifikat an die Teilnehmer wurde die Debatte beendet und alle Teilnehmer hatten die seltene Gelegenheit in die Kontrollzentren der ESA/ ESOC zu blicken. Mit einer exklusiven Führung wurden wir in die Herzen der Europäischen Raumfahrt entführt und bekamen seltene Eindrücke in die reelle Raumfahrt. DANKE an die ESA für diese Gelegenheiten. Demnächst wird die Volkssternwarte Riesa einen Vortrag zu diesem Bürgerforum anbieten und auch den Riesaern die Chance geben, sich damit auseinanderzusetzen. Vielleicht kommt ja auch Generaldirektor Jan Wörner mal in die Region, um mit den Bürgern über Europäische Raumfahrt zu sprechen. Das wäre doch einmal eine tolle Gelegenheit.
© Volkssternwarte Riesa / Stefan Schwager

Aktuelle Info vom 5. September 2016: Halbschattenmondfinsternis am 16. September 2016 Volkssternwarte 19 - 23 uhr offen


Liebe Sternenfreunde,

der September hat begonnen und der Herbst steht vor der Tür. Fast genau 1 Jahr nach der totalen Mondfinsternis wird es am 16. September 2016 von Mitteleuropa aus eine Halbschattenfinsternis des Mondes zu erleben geben. Aus diesem Anlass wird die Volkssternwarte Riesa am 16.09.2016 in der Zeit von 19 - 23 Uhr ihre Pforten öffnen und die interessierte Bevölkerung ist herzlich eingeladen dieses seltene Naturschauspiel mit eigenen Augen zu sehen.

Was ist der Unterschied zwischen Halbschatten- und Totaler Mondfinsternis?
Anders als bei einer totalen Mondfinsternis ist die sog. Halbschattenfinsternis nur schwer zu beobachten. Der Vollmond taucht dabei in den Halbschattenkegel der Erde ein und wird dadurch teilweise vom direkten Sonnenlicht abgeschirmt. Doch zu einer wirklichen Verfinsterung kommt es nur an der Region des Mondes, welche dem Kernschattenkegel am nächsten kommt. Der Halbschatten selbst ist kaum wahrnehmbar und dem Laien wird diese Finsternis kaum auffallen. Doch wenn man Vergleiche bei der Beobachtung macht oder gar Fotografie zum Einsatz bringt, dann wird man bemerken, wie die Helligkeit des Vollmondes während der Finsternis zurückgeht und wieder ansteigt. Vor allem zur Zeit der maximalen Finsternis wird man eine deutliche Abschattung an der Kernschattenseite erkennen können.

Volkssternwarte Riesa öffnet am 16.09.2016 von 19 - 23 Uhr für die Bevölkerung
Dies wird auch am Abend des 16.September über Deutschland der Fall sein. Der Mond geht an diesem Freitagabend gegen 19:15 Uhr MESZ im Osten auf und wird da bereits seit gut 20 Minuten seinen Weg in den Halbschatten begonnen haben. Gegen 20:53 Uhr wird der Vollmond dann zu 93% im Halbschatten stehen und dies wird auch dem ungeübten Auge mit Blick zum Himmel nicht entgehen. Die nördliche Hemisphäre des Mondes wird deutlich dunkler erscheinen als die südliche und die maximale Finsternis kennzeichnen. Vergleicht man in diesem Augenblick mit dem Anblick des strahlenden Vollmondes ab 22:56 Uhr, dann wird einem auffallen, dass es tatsächlich Unterschiede gibt.
Die Volkssternwarte Riesa wird die gesamte Halbschattenmondfinsternis bis 22:56 Uhr beobachten und dokumentieren. Jeder kann mit dazukommen, gern auch mit eigenem Fernglas, Kamera oder Teleskop. Ansonsten stehen jede Menge Teleskope für die Beobachtung vor Ort zur Verfügung und der Gast kann sich mit fachlichen Erläuterungen weitere Informationen zu diesem Himmelsschauspiel geben lassen. Als Empfehlung für die Laien gilt aber die Beobachtung zwischen 20:30 und 21:30 Uhr zu wählen, da in dieser Phase auch das ungeübte Auge etwas erkennen wird.

Gab es denn auch eine Sonnenfinsternis zu dieser Mondfinsternis?
Sonnen- und Mondfinsternisse treten immer in paarweisen Erscheinungen auf, so dass jede Mondfinsternis immer von einer Sonnenfinsternis ca. 14 Tage vor oder nach dieser zu beobachten ist. Am 1. September 2016 gab es im asiatisch / afrikanischen Raum eine sog, Ringförmige Sonnenfinsternis zu sehen und ein Vereinsmitglied der Volkssternwarte Riesa war auf der Insel La Reunion um dieses Schauspiel live zu beobachten. Einen Vortrag dazu gibt es natürlich auch und zwar am 1. Oktober 2016 von 18 - 20 Uhr in der Volkssternwarte Riesa. Dann wird Thomas Wolf über seine Erlebnisse berichten. Ein 1. Bild von ihm befindet sich in dieser Email.

© Volkssternwarte Riesa / Schwager

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