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Aktuelle Info Juli 2015

Aktuelle Info vom 16. Juli 2015: Sommerferien mit Gästen, Teleskoptreffen, Sternschnuppennächte


Liebe Sternenfreunde,

Was ist in den Ferien los in der Volkssternwarte Riesa?
Mit dem Besuch auf einer richtigen Volksternwarte kann man einmal etwas Besonderes in den Ferien genießen. In dieser kann man mit einem Teleskop zu Sonne, Mond, Planeten und Sterne zu schauen, oder auch Vorträge und kleine Ausstellungen erleben. An etlichen Tagen sind bereits viele Termine in der Sternwarte gebucht und wer noch Interesse an einer Gruppenführung und individuellen Programmen hat, sollte dies rechtzeitig vereinbaren. In den kommenden Wochen werden von Familienfeiern, über Seminarrunden bis hin zu den beliebten Sternwartenführungen wieder viele kleine Aktionstage mit der Sternwarte stattfinden. Die Volkssternwarte Riesa bietet auch Ferienzeiten gerne Besichtigungstermine und Führungen an und steht jederzeit für Ausflüge ins Universum zur Verfügung. Mit unserer mobilen Technik kann man die Sternwarte Riesa auch für Besuche (z.B. bei Ferienlagern) buchen, so dass man den Sternenhimmel andernorts mit Teleskopen und sachkundigen Fachleuten bestaunen kann. Viele wissen nicht um die umfangreichen Angebotsmöglichkeiten der Sternwarte und wir wollen hiermit noch einmal an diese Möglichkeiten erinnern.

2 Jahreshighlights stehen auf dem Plan - Teleskoptreffen und Sternschnuppennächte Schon am letzten Juliwochenende vom 24. - 25. Juli laden die Sternenfreunde Riesa zum 10.STT "Sächsisches Teleskoptreffen" nach Peritz ein. Genauere Informationen zum Treffen, Filmbeiträge, Programmpunkte und die Liste der Vorträge sind unter http://www.sternenfreunde-riesa.de/10-stt-2015 zusammengestellt.
Wenige später finden vom 11. - 18. August die "Riesaer Sternschnuppennächte" bereits zum 16. Mal statt. Dann werden die Sternenfreunde Riesa wieder täglich ab 22 Uhr bis um 04 Uhr morgens auf den Segelflugplatz Canitz einladen, um Meteore zu zählen. In den letzten Jahren konnten die Gäste jede Nacht bis zu 500 Sternschnuppen beobachten. In der gesamten Woche werden 1000 - 2000 Sternschnuppen beobachtet, welche für große Begeisterung sorgen. Die Gäste können einfach mit dazu kommen und es sich mit Schlafsack, Isomatte und eigener Verpflegung bequem machen. Anzumerken sei, dass man stets warme Kleidung mit sich führen sollte, da auch Sommernächte empfindlich kalt werden können.

Was gibt es neues von der Pluto Mission?
Die letzten beiden Tage waren sehr aufregend und mit Spannung verfolgte auch die Sternwarte Riesa den Vorbeiflug der Raumsonde "New Horizons" am Zwergplaneten Pluto. Wie gebannt saßen wir vor allem in der Nacht zum Mittwoch vor den Bildschirmen und warteten auf die Meldung der Telemetriedaten der Raumsonde. Als diese dann eintrafen und sich die Raumsonde "Gesund" zurückmeldete, fiel auch uns in Riesa ein Stein vom Herzen. Die Raumsonde hat den Vorbeiflug geschafft und unbeschadet überstanden. Die Missionsleitung bestätigte, dass alles so abgelaufen ist, wie man es jahrelang geplant und geübt hatte - ein voller Erfolg. Mittlerweile treffen die ersten Bilder ein, welche aber meist noch vor dem Vorbeiflug in weniger als 1 Million Kilometern Entfernung zum Pluto gemacht wurden. Grund dafür ist einfach, dass die Raumsonde JEDE Sekunde des engen Vorbeifluges nutzen sollte, um Daten zu sammeln, statt den Menschen immer einen Zwischenstand zu melden. Immerhin war jede Sekunde des Vorbeifluges seit Jahrzehnten kostbar geplant worden und nun stand die Erfüllung der Mission an vorderster Stelle. In den kommenden Monaten kommen dann die genauen Bilder und Daten zur Erde und sagenhafte 16 Monate lang wird es dauern, bis alles vollständig übertragen sein wird. Die "Mission Control" spricht davon, dass es jetzt erst richtig spannend wird, wenn die Daten vom Himmel regnen und nahezu täglich das Bild von diesen Welten am Rande des Sonnensystems verbessern werden. Man muss sich einmal vorstellen, was für ein Aufwand hiermit betrieben wurde und wird, damit wir den Pluto und seine Monde endlich einmal aus der Nähe kennenlernen können. Die gigantischen Entfernungen und Momente der Präzision sind es, welche die Raumfahrt so einzigartig und speziell machen, damit wir mehr über unsere Welt da draußen erfahren.

Wie hat man diese aufregenden Stunden in der Volkssternwarte Riesa erlebt?
Weltweit genießt das Team um "New Horizons" derzeit höchste Aufmerksamkeit und selbst der weltbekannte Prof. Stephen Hawking, sowie die Astronauten der Internationalen Raumstation beglückwünschten den Erfolg der Mission. Das lang vermutete Wassereis, die Atmosphäre und sogar Methanvorkommen verblüffen die Wissenschaftler weltweit. Und das ist nur der Anfang. Auch in Riesa verfolgten wir zusammen mit Gästen die aktuellsten Entwicklungen. In einer zweitägigen "Spezial - Astro Lounge" zur NASA Mission konnten sich Gäste umfangreich vor Ort informieren, in Büchern schmöckern, Missionsunterlagen wälzen oder den LIVE Schaltungen zur NASA folgen, welche permanent über Großfeldleinwand liefen. So kamen z.B. Ferienkinder mit Großeltern oder Familien vorbei, welche mehr über diese spannende Mission wissen wollten. In kleinen Vorträgen und spannenden Diskussionen konnte man so in der Sternwarte Riesa alles zur Mission und den neuesten Bildern erfahren. Selbst die Kinder im derzeitigen Ferienlager auf dem "Gut Göhlis" fragten beim Sternegucken nach dieser Raumsonde und blickten dabei mit dem Teleskop begeistert zu den Planeten Venus und Saturn. Pluto selbst ist zwar auch im Teleskop zu sehen, aber auf Grund seiner Entfernung zur Erde viel zu klein, was ihn von anderen Sternen kaum unterscheiden lässt.

Stefan Schwager / Sternwartenleiter Riesa

Aktuelle Info vom 14. Juli 2015: Nachtleuchtende Wolken über Sachsen und Planetenpaar


Liebe Sternenfreunde,

Planetenpaar Jupiter und Venus noch immer tief im Westhimmel sichtbar am vergangenen Freitag, dem 10. Juli 2015 war mal wieder ein Blick auf die beiden Planeten Jupiter und Venus möglich, welche noch immer recht nahe beieinander stehen. In der Abenddämmerung kann man die beiden Planeten immer noch sehr deutlich kurz nach Sonnenuntergang beobachten. Doch gemessen an der sehr engen Begegnung Ende Juni ist der Abstand zwischen beiden erheblich weiter.

An diesem Abend war kurz darauf aber noch etwas tolles zu sehen: NLC - Erscheinungen NLC`s sind sog. "Nachtleuchtende Wolken" und vor allem in den Nächten um die Sonnenwende sind diese möglich. Wenn die Sonne bereits unter dem Horizont steht und die ersten Sterne im sommerlichen Himmel funkeln, kann das Sonnenlicht in großen Höhen noch immer diese Wolken anleuchten. "Normale" Wolken befinden sich in Höhen von bis zu 13 Kilometern, doch bei den NLC`s ist es anders. Diese zarten Silberwolken befinden sich in über 80 Kilometern Höhe und werden trotz Dunkelheit noch immer vom Sonnenlicht erreicht. Das weiße Licht der Sonne taucht diese Wolken in einen silbrigen Glanz, was diese Erscheinung so geheimnisvoll und reizvoll macht. Wie diese Wolken genau in diesen Höhen entstehen gibt den Forschern noch immer Rätsel auf, aber man vermutet, dass vor allem Vulkanausbrüche, aber auch Flugzeugabgase und auch Raketen dafür verantwortlich sein könnten, dass sich Staub und Wassertröpfchen in dieser Schicht der Atmosphäre befinden. Erste Beobachtungen gehen auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück.

Wo waren diese NLC überall zu sehen? Die NLC`s waren an diesem Abend überall über der Nordhalbkugel zu sehen und neben dem eigenen Beobachtungsposten an der Elbe konnten diese auch über Riesa, Oschatz, Strehla, Dresden und Nünchritz beobachtet werden. Während der Beobachtung des Riesaer Sternwartenleiters an der Elbe ging zufällig sogar noch ein sehr heller Meteor nieder, welcher sogar in der Weitwinkelaufnahme des NLC - Feldes deutlich zu sehen ist. Ein herrlicher Zufall, wenn man zwei der schönsten atmosphärischen Phänomene auf ein Bild bekommen kann.
Diese Wolken sind auf Grund ihrer Höhe von überall her zu sehen. Während die "normalen" Wolken schon längst vom Sonnenlicht in die Nacht verschwunden sind, werden diese Wolken noch immer sichtbar und konnten an diesem Tag bis 23:40 Uhr nachgewiesen werden. Mit dem Grillenzirpen, dem Sommersternhimmel und dem Wasserrauschen der Elbe ergab dies eine sehr mysteriöse Sommernachtsstimmung an der Elbe.

Kann man diese Nachtleuchtenden Wolken nicht jede Nacht sehen? NEIN! Diese Wolken sind nur sehr selten in dieser Deutlichkeit zu sehen. Dazu müssen die Bedingungen in der mittleren Atmosphäre stimmen, so dass sich Wolkenfelder in dieser Größe ausbilden können. Im Jahr kann man bei entsprechenden Bedingungen vielleicht 2 bis 10 mal durchschnittlich so etwas beobachten. In diesem Jahr haben die Sternenfreunde Riesa erst zweimal solche Wolken beobachten können. Seltene Momente der Natur, zu welchen man einfach schauen und sich daran ehrfürchtig erfreuen kann.

Sternwarte Riesa / Schwager

Aktuelle Info vom 13. Juli 2015: EXTRA


SPECIAL "Astro - Lounge" zur Pluto Mission
im Vortragsraum der Sternwarte Riesa, Kreuzstraße 5, 01587 Riesa
14./15.07.2015 täglich von 16 - 20 Uhr
- EINTRITT FREI -
"NEW FRONTIERS - Die Neuen Grenzen der Menschheit erleben - werden Sie auch Zeitzeuge der 1. Plutobilder"

Am 14. Juli 2015 um 15:49 Uhr wird ein weiteres Kapitel in der Menschheitsgeschichte geschrieben, denn erstmals erreicht ein von Menschenhand gebautes Raumfahrzeug den Zwergplaneten Pluto. Nach über 9 Jahren Flug erfolgt am 14. Juli 2015 der historische Vorbeiflug und die Wissenschaftler weltweit haben nur geringe Vorstellungen, was man an diesem Tag alles über Pluto lernen wird. Der ehemalige 9. Planet des Sonnensystems ist mit fast 6 Milliarden Kilometern Sonnenabstand für irdische Teleskope einfach zu weit entfernt und zu klein, um detailreiche Eindrücke von seiner Beschaffenheit und Oberfläche liefern zu können. Pluto ist aufgrund seiner Entfernung selbst mit einem Raumschiff was Lichtgeschwindigkeit fliegen könnte erst in 270 Minuten, also 4,5 h zu erreichen. Durch diesen gigantischen Abstand benötigt Pluto über 248 Jahre, um die Sonne einmal zu umrunden, so dass die Menschen diesen Himmelskörper noch nicht einmal 1 Plutojahr lang kennen.

Warum sind alle so gespannt und was wird von dieser Mission u.a. erwartet ?
Selbst die größten und leistungsstärksten Teleskopanlagen können Pluto nur als verwaschenen Fleck zeigen, auf dem sich kaum etwas erkennen lässt. Dies ändert sich nun, denn seit einigen Wochen nähert sich die Raumsonde "New Horizons" und liefert täglich neue, schärfere Bilder dieser fernen, eiskalten Welt. Am Tag des engsten Vorbeifluges nähert sich die Sonde auf bis zu 12500 km an und dabei erhoffen sich die Wissenschaftler Aufnahmen, welche eine Auflösung von weniger als 500 Metern zeigen werden. Somit wird man erstmals die wirkliche Oberfläche des Planeten sehen können. Mehrere Instrumente werden in dieser Zeit die Oberfläche messen, fotografieren, scannen und erforschen, so dass auch Detailschärfen von bis zu 100 Metern pro Pixel sehr wahrscheinlich sind. Das würde die Bildqualität der Plutoaufnahmen um das mehrere zehntausendfache gegenüber denen von der Erde verbessern. Wir werden endlich Karten dieses Planeten haben können, die Topographie und Beschaffenheit erfahren und vieles mehr. Die Spannung wächst weltweit, die Instrumente der Raumsonde arbeiten einwandfrei und alles ist bereit Geschichte zu schreiben.

erstmals Informationen zur Beschaffenheit der Pluto - Atmosphäre Wenn die Raumsonde den Vorbeiflug erfolgreich hinter sich gebracht hat, dann betreten wir Neuland im Sonnensystem, denn "New Horizons" wird für uns Menschen erstmals einen Sonnenuntergang hinter Pluto zeigen können und sich außerhalb der Plutobahn bewegen. Wenn diese Bilder zur Erde kommen, liefern sie zudem wertvolle Daten über Plutos vermuteter Atmosphäre, denn die Datenübertragung an die irdischen Empfänger erfolgt aus dieser Position durch diese und liefert somit erstmals auch Fakten über Zusammensetzung, Druck, Höhe und Temperatur. Ein Tag auf Pluto dauert circa 6,4 Erdtage und dauert somit 153 Stunden. Zwischen 1978 und 2012 entdeckte man am Pluto insgesamt 5 Monde, welche durch diese Mission erstmals erkundet werden können. Erste scharfe Bilder des Mondes Charon beeindrucken bereits die Wissenschaftler.

"NEW HORIZONS" stellt zahlreiche Rekorde auf und zeigt, was die Menschheit kann Eine Mission der Superlative, denn die Raumsonde stellt etliche Rekorde der menschlichen Erkundungsgeschichte auf. Seit seiner Entdeckung im Jahre 1930 durch Clyde Tombaugh ist "New Horizons" die 1. Mission welche zum Pluto geschickt wurde. Die Raumsonde ist mit über 48 000 km/h das schnellste Raumfahrzeug, welches bisher erfolgreich geflogen ist und diese ist binnen 9 Jahre zum bisher weit entferntesten Forschungsobjekt geflogen. Dies ist eine Geschwindigkeit mit knapp 14 Kilometern in der Sekunde! Kein Objekt, welches die Menschen bisher mit einem Messinstrument aus direkter "Nähe" erforschen wollten, lag weiter entfernt als Pluto. Die NASA startete mit dieser Mission ihr "New Frontier" Programm und damit beginnen wir die Erforschung des sog. "3. Sektors" im Sonnensystem: dem Kuiper Gürtel. In diesem Randbereich des Planetensystems bewegen sich eine Vielzahl von Zwergplaneten außerhalb der Neptunbahn um unsere Sonne, von welchen bisher knapp über 1000 entdeckt worden sind.

EXTRA - "ASTRO - LOUNGE" zur Plutomission und alle sind herzlich willkommen Wir dürfen sehr gespannt sein auf die kommenden Stunden und keiner weiß, was die kommenden Tage an Erkenntnissen über unsere Sonnensystem erwartet werden dürfen. Aber eines ist gewiss: JETZT werden wir Zeitzeugen einer einzigartigen Forschungsmission und warten gespannt auf die ersten Ergebnisse. Die Sternwarte Riesa wird aus diesem Anlass eine EXTRA "Astro - Lounge" bieten und LIVE dabei sein, wenn die ersten Daten und Bilder vom Pluto die Erde erreichen. Wir laden herzlich dazu ein und jeder kann vorbeikommen und Platz nehmen im Vortragsraum, um mehr zu erfahren, direkt aus dem Kontrollzentrum des Missionsteams. Die Sternenfreunde werden gern mit den Gästen zum Thema Pluto und dieser einzigartigen Mission diskutieren und selbst auch mit Spannung auf die ersten Ergebnisse warten.

weitere Informationen zur Mission "NEW HORIZONS"
NASA Webseite: www.nasa.gov.de

MISSIONS Webseite: Mission Webseite

NEWS Center der Mission:www.pluto.jhuapl.edu

Trailer des Anfluges: www.starobserver.org

© Sternwarte Riesa e.V.

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