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Aktuelle Info Juni 2016

Aktuelle Info vom 21. Juni 2016: Erdbeermond auf der Nordhalbkugel


Jeder Vollmond des Monats hat einen speziellen Namen. Als Erdbeermond wird der Vollmond im Monat Juni bezeichnet, manchmal auch Honigmond oder Rosenmond genannt. Das klingt erst einmal nicht sehr spektakulär. Was war also so besonders an dem Erdbeermond im Juni 2016? - Der Vollmond ist zeitgleich mit der Sommersonnenwende zu sehen. Die Sommersonnenwende markiert den längsten Tag des Jahres und wird vielerorts als Sommerbeginn gesehen. Besonders bekannt sind dazu die Feiern im englischen Stonehenge. Ganz streng genommen, fand der Erdbeermond in Deutschland nicht zeitgleich mit der Sommersonnenwende statt. Dies war nur in Nordamerika der Fall. In Europa lagen ca. 12 Stunden zwischen dem Erreichen des Vollmondes und der Sommersonnenwende, mit bloßem Auge ist dieser Unterschied allerdings nicht auszumachen. Dass diese zwei Ereignisse zusammen auftreten ist sehr selten. In Deutschland war es das letzte Mal 1967 der Fall und kann erst wieder 2062 gesehen werden, also in 46 Jahren. Auch 2016 brauchten Beobachter viel Glück, denn es zogen viele Wolken über den Himmel. Die Mitglieder der Volkssternwarte Riesa konnten dieses Ereignis leider nicht beobachten.

Warum Erdbeermond?


Der Name Erdbeermond stammt wahrscheinlich von den amerikanischen Ureinwohnern, die damit die kurze Zeit der Erdbeerernte kennzeichneten. Auch wenn der Name es vermuten lässt, erscheint der Mond nicht in einem erdbeerfarbenen Rotton. Die Färbung ist ähnlich allen anderen Vollmondaufgängen. Der Mond kann einen intensiven Orangeton annehmen, dies ist aber der dichten Atmosphäre auf der Erde geschuldet, durch die sich das Licht ‚durchkämpfen‘ muss. Dabei wird das blaue Licht herausgefiltert und übrig bleibt das Rote, welches dem Himmelsobjekt die Färbung verleiht.

Linkempfehlung:
Wer wissen möchte, wie der Vollmond in den anderen Monaten bezeichnet wird, findet hier (www.vollmond.info/de/blog/vollmond-namen.html) eine Auflistung.

Aktuelle Info vom 19. Juni 2016: Solargrafie: Lochkameraaufnahme der Sonnenbahn


Hallo liebe Sternenfreunde!
Nun ist es endlich soweit nach 174 Tage Belichtungszeit und langen Wartens! Damals hatte ich im November ich ein einfaches Fotoprojekt gestartet und getestet, was sich Solargrafie nennt. Es handelt sich dabei um eine einfache Dokumentation der Sonnenbahn mit Hilfe einer Lochkamera über einen Belichtungszeitraum von mehreren Tagen bis hin zu einigen Monaten. Somit lässt sich wunderbar die Strichspur der Sonnenbahn am Himmel einfangen. Wer kennt noch den schönen Spruch? "Im Osten geht die Sonne auf, im Süden nimmt sie ihren Lauf, im Norden ist sie nie zu sehen und im Westen geht sie unter." Somit ist der tägliche Sonnenlauf durch drei markante Punkte charakterisiert: Sonnenaufgang, Höchststand und Sonnenuntergang. Über eine lange Belichtungszeit von mindestens einen Tag lässt sich eben genau diese Bewegung festhalten. Nicht nur das... Es lässt auch über mehre Tagen den steigenden Sonnenstand festhalten bis zur Sommersonnenwende festhalten, bedingt durch das Zusammenspiel der Erdachsenneigung und der Position der Erde um die Sonne. Während der Wanderung der Erde um die Sonne bleibt die Erdachsenneigung konstant. Somit entstehen die Jahreszeiten sowie die unterschiedlichen Tageslängen durch die unterschiedliche Ausrichtung der Erdachse gegenüber der Sonne. Aber auch der jahreszeitliche Sonnenstand hängt vom geografischen Ort ab.
In meinem Fall habe ich in der Zeit zwischen 28.12.2015 und 19.06.2016 insgesamt 174 Tage belichtet. Im Solargrafie-Foto sieht man wunderbar die Unterbrechungen der Sonnenbahnen, die durch die Schlechtwetterphase verursacht werden. Als Lochkamera eignet sich jede Konservendose, Filmdose oder auch Getränkedose. Es wird etwa auf halber Höhe der Dose, (oder auch bis etwa 2/3 Höhe zur Erfassung der hohen Sonnenbahnen) ein kleines Loch im Durchmesser zwischen 0,3mm bis 0,7mm reingestochen. Eine Nähnadel oder kleine Bohrspindel kann hier helfen. Das Loch sollte möglichst Rund sein, da es sonst zu Unschärfen führt. Je kleiner das Loch ist, desto kontrastreicher und schärfer sind die Details auf dem Foto. Die Lochkamera sollte dabei windfest und sicher an einem Ort mit guter Südsicht aufgestellt werden. Panzertape ist hier eine gute Hilfe. ;) Als Film eignet sich jedes chemische fotografische Papier aus dem Fotolabor. Hierfür hab ich von Foma das sogenannte Fomaspeed Variant 313 als Schwarzweiß-Fotopapier verwendet, da die Oberfläche matt ist. Auch anderes Fotopapier von Ilford oder Orwo ist möglich. Eine glänzende Oberfläche könnte zu störenden Reflexionen führen. Durch die extreme Belichtungszeit wird das belichtete Papier bereits zum Negativ, dass am Ende der Belichtungszeit eingescannt werden muss. Es wird dabei keine Fotochemie wie Entwicklerbad oder Fixierer benötigt. Am Ende wird das eingescannte Foto digital ins Positivbild umgewandelt.
Falls Ihr es mal selbst auch ausprobieren wollt, könnt Ihr mich auch nach dem Fotopapier fragen. Einiges an Schwarzweiß-Papier hab ich ja noch: Vomaspeed Variant 313 12,7cm x 17,8cm, Rollei Vintage 314 17,8cm x 24 cm. Letzteres will ich demnächst ausprobieren. Vielleicht hat ja einer von Euch auch Lust, ein solches einfaches Fotoprojekt zu starten. Am besten mit Beginn der Sommersonnenwende bis zur nächsten Wintersonnenwende. Denn in dieser Zeit sinkt der Sonnenstand bis zum tiefsten Punkt.
Viele Grüße
Christian

Aktuelle Info vom 14. Juni 2016: Einladung zum KUBB Turnier und Sommersonnenwende nach Peritz


Liebe Sternenfreunde,

am kommenden Dienstag ist offizieller Sommeranfang. Seit Jahrtausenden ist dieser Zeitpunkt einer der bedeutsamsten in der astronomischen Himmelsbewegung: Die Sommersonnenwende. Die Sonne erreicht jährlich am 21. Juni den nördlichen Wendekreis über der Erde und wird nach dem Tag wieder den Äquator und den südlichem Wendekreis ansteuern, welchen sie zum kürzesten Tag im Dezember erreichen wird.

Für uns auf der Nordhalbkugel der Erde steht die Sonne am 21. Juni mittags am höchsten Punkt über dem Horizont und ermöglicht uns mit fast 1000 Minuten Sonnenschein den längsten Tag und die kürzeste Nacht im Jahr. Für die Menschen ist dies schon seit Jahrtausenden ein besonderer Tag und seit Jahren laden auch die Sternenfreunde Riesa zu Sommerspielen und Beobachtungsaktionen in die Natur ein. Die Zeit um den längsten Tag des Jahres wollen wir zusammen mit den Gästen im Freien genießen und zum Spielen an der frischen Luft einladen. Natürlich wird auch die Sonne den gesamten Tag über beobachtet, aber im Mittelpunkt stehen vor allem traditionelle Spiele.

Auf dem Freigelände des Landgasthofes "Lindenhof Peritz" werden am Sonnabend dem 18.06.2016 von 14 - 20 Uhr zu verschiedene Spiele und Mitmachaktionen aufgebaut sein. Besonders beliebt ist jedes Jahr wieder das alte Spiel "KUBB" oder auch Wikingerschach genannt. Dieses Spiel stammt aus dem Norden Europas und wird in Skandinavien an jeder Ecke und in Parks gespielt. Schon seit 12 Jahren spielen es auch die Riesaer Sternenfreunde, welche das Spiel durch Zufall beim Ausflug für sich entdeckten. Bei einem "Midsommer", dem Sonnenwendfest der Schweden, hat man dieses Spiel die ganze Nacht lang gespielt. Jung und alt üben sich darin in Taktik, Geschicklichkeit und vor allem viel gemeinsamen Spaß im Freien. Seitdem spielen es die Sternenfreunde auch in der Heimat wann immer es möglich ist, privat zu Hause, auf dem Flugplatz Canitz, an den Elbwiesen, oder eben auch im Lindenhof Peritz.

Hier laden wir für diesen "Midsommer Nachmittag" herzlich ein und jeder kann mitspielen oder einfach nur zuschauen. Wer eigene Spiele mitbringen möchte, kann dies gern machen und selbst zu Spielen vor Ort motivieren. Neben Kubb werden auch Mölky, Kyykkä, ToK, Speedminton, Frisbee, Volleyball, Riesenmikado und vieles vieles mehr vor Ort sein. Auch Kinder tollen an diesem Tag auf der großen Wiese herum und üben sich in kleinen Geschicklichkeitsspielen. Der Eintritt ist frei und jeder soll einfach die Zeit im Freien genießen und es sich richtig gut gehen lassen. Im Lindenhof Peritz gibt es alles was das Herz begehrt und bei Kaffee, Wein, Bier, Getränken und leckerem Essen ist auch für das leibliche Wohl gesorgt. Der Landgasthof bietet Entspannung pur und Zeit zum Erholen.

Wenn die Sonne abends untergeht, dann werden wir Teleskope mit dabei haben und laden ab 21:30 Uhr zur Beobachtung unter dem Sternenhimmel ein. Der Mond, die Planeten Jupiter, Mars sowie Saturn und die Sommersternbilder stehen dann auf dem Plan der Beobachter. Vor allem Planeten sind mit Einbruch der Dämmerung sehr auffällige Himmelsobjekte und beeindrucken den Teleskopbeobachter. Mars ist uns so nah wie seit 2003 nicht mehr und man kann herrliche Oberflächendetails auf ihm erkennen.

Jeder ist willkommen und bei gutem Wetter werden wir einen tollen Nachmittag für jung und alt in der Natur haben.

© Volkssternwarte Riesa / Schwager

Sternwarte Riesa e.V.
"Astronomie live erleben-in Riesa"
Kreuzstraße 5,01587 Riesa

Sternwartenleiter Stefan Schwager
Kontakt 0173 8076841

Aktuelle Info vom 14. Juni 2016: Funnelcloud über Riesa - Zeugen gesucht / Beobachteraufruf


Liebe Sternenfreunde,

am vergangenen Sonnabend dem 11.06.2016 gegen 16:20 Uhr sichtete eine Mitglied der Volkssternwarte Riesa eine sog. "funnel cloud/ Trichterwolke" über Riesa und dies ist etwas seltenes, und etwas ungewöhnliches. Derzeit an vielen Orten in Deutschlands zu sehen und teils für große Schäden verantwortlich sind diese Wolken brandaktuell.

Diese Funnel ist eine von vielen, welche durch die Volkssternwarte Riesa über der Region gesichtet und dokumentiert wurde. Bereits in vergangenen Jahren haben wir Aufnahmen dieser Wolken machen können und erstmals Bildbelege über der Stadt Riesa geliefert. Diese vom 11.6.2016 um 16:20 Uhr ist bereits an die Wetterzentralen und die Tornadoliste Deutschland weitergemeldet und wird dort derzeit untersucht. Es werden weitere Augenzeugen und/ oder Bildzeugen für diese Sichtung gesucht, so dass man eine Analyse von Entstehung und Stärke vornehmen kann. Für die Wissenschaft ist es sehr wichtig, dass diese Meldungen gesammelt und ausgewertet werden, um die Entstehungszusammenhänge solcher Trichterwolken zu ergründen. Wenn diese sich bei stärkeren Ereignissen zu Tornados entwickeln, dann bleiben den Menschen der betroffenen Region nur wenige Minuten oder Sekunden, um sich in Sicherheit zu bringen. Und um dieses eventuelle Vorwarnfenster in Zukunft größer zu machen, ist die Sammlung und Auswertung solcher Daten von entscheidender Bedeutung und im großen öffentlichen Interesse. Wenn diese Wolken über Riesa auftreten, dann ist es auch im Interesse der Riesaer Bevölkerung, diese Ereignisse zu untersuchen und ernst zu nehmen. Denn wenn wie 2010 in Großenhain die großen Kollegen dieser Funnels in die Region kommen, dann fragen sich alle, warum die Vorwarnungen für diese Ereignisse nicht rechtzeitig genug kommen. Aber Wetter und Umwelt haben ihre eigenen Regeln und diese müssen wir beobachten und verstehen lernen.

Also ein Aufruf an alle in unserem Newsletter: Wer hat diese Wolke auch gesehen? Wer hat sie gefilmt oder fotografiert? Hatte dieser Funnel eventuell sogar Bodenkontakt? Wo kam diese Wolke in Bodenkontakt? Diese Aufnahme ist zufällig von der Dresdner Straße aus aufgenommen worden mit Blickrichtung zum Riesapark / Stadtwerke Riesa. Sie war von beachtlicher Größe und schneller und deutlicher Rotation. Irgendwo dahinter könnte (!) diese Wolke auch Bodenkontakt gehabt haben. Hierzu sind Beobachter nötig, um dies zu beurteilen, da kein direkter Blickkontakt möglich war. Wahrscheinlich ist diese Wolke über dem Feld hinter den Tankstellen und dem Parkplatz Riesapark gewesen und könnte dort Bodenkontakt gehabt haben. Sollte der Bodenkontakt bestätigt werden, dann handelt es sich offiziell um einen Tornado unbekannter Stärke. Auf der Bildmontage erkennt man im überschärften Bild dass der Luftschlauch bis an die Bäume heranreicht und somit potentiell am Boden gewesen sein muss.

Ein interessantes Naturschauspiel und in jedem Fall interessant für die Region.

Mit sternenfreundlichen Grüßen
Ihr
Stefan Schwager

© Volkssternwarte Riesa e.V.

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Letzte Aktualisierung: 24.04.2017 , Kontakt/Impressum, Site Log, Login