logo logo ende deutsche fahne englische fahne russische fahne
Aktuelle Info Februar 2016

Aktuelle Info vom 8. Februar 2016: Gigantischer Schwarm Graugänse in Riesa gesichtet


Liebe Naturfreunde,

ein besonders beeindruckendes Naturschauspiel zeigte sich rein zufällig auf einem freuen Feld zwischen Riesa und Oschatz. Auf dem Weg nach Riesa bemerkte ich vor dem Ortseingang Canitz plötzlich eine merkwürdige Färbung auf einem benachbarten Feld. Die Sonne ging gerade unter und alles leuchtete bei herrlicher Abenddämmerung. Umso unscheinbarer schien im ersten Moment das Feld und mancher würde, bzw. ist einfach vorbeigefahren. Doch beim genauen Hinschauen erkannte man plötzlich hunderte, wenn nicht sogar tausende von Vögeln, genauer gesagt: Graugänse.

Die Tiere sammelten sich auf einem Feld und ruhten sich gerade aus. Mit einem Fernglas konnte man die Vielzahl nur erahnen und selbst mit einem Teleobjektiv konnte man nur einen Teil des Schwarmes mit der Fotokamera einfangen. Um die Tiere nicht unnötig aufzuschrecken gab ich mich mit Bildern aus der Entfernung zufrieden und beschloss noch auf die gegenüberliegende Seite des Feldes auf einen Feldweg abzubiegen. Der Blick, welcher sich von dort aus bot, war sehr beeindruckend, denn nun sah man den riesigen Schwarm vor dem Licht der Abenddämmerung und markanten Landschaftskulissen, wie dem Collmberg, dem Oschatzer Dom oder der alten Bockwindmühle vom Liebschützberg. In einem Moment plötzlich hob der gesamte Schwarm sogar zu einem kleinen Weiterflug auf das nächste Feld ab und mit beeindruckender, nein atemberaubender Geräuschkulisse und fantastischen Flugformationen hoben die unzähligen Vögel in den gefärbten Himmel. Die Größe des Schwarmes war nun sehr eindrucksvoll erkennbar und der Himmel verdunkelte sich regelrecht, als die Tiere aufstiegen.

Die Bilder sind nur ein Teil des Erlebten, aber umso eindrucksvoller. Graugänse sind die zweitgrößten Gänse in Europa und zählen zu den häufigsten Wasservögeln. Sie werden bis zu knapp 1m lang und können Flügelspannweiten zwischen 1,50 - 1,80m erreichen. Eigentlich überwintert die Graugans im Süden Europas und Norden Afrikas, aber der milde Winter trägt dazu bei, dass dieser Schwarm hier anzutreffen war. Hierzulande ist der Wasservogel eher zur Brutzeit anzutreffen. In den 70er Jahren gab es eine Population von nur knapp 20.000 Tieren und heutzutage dürften es weit mehr als 300.000 Tiere sein. Erst kürzlich fand die jährliche Zählung der Wintervögel des NABU statt und diese Sichtung hätte die Quote der Graugans sicherlich mehr als astronomisch nach oben gedrückt.
Eine fantastische Sichtung, welche ich in dieser Form auch bisher noch nicht erlebt habe. Aber die Aufmerksamkeit hat sich gelohnt und obwohl viele Autofahrer ebenso an diesem Ort vorbeifuhren, so hielt kaum einer das Tempo zurück, oder bemerkte es vielleicht auch nicht. Sehr schade, dass diese Momente der Natur an vielen Zeitgenossen so spurlos vorbeizugehen vermag.

In diesem Zusammenhang empfehle ich einen Blick auf eine derzeit sehr interessante Campagne, welche zum nachhaltigen Umgang und Nachdenken über Umweltzerstörung und Ausbeutung der irdischen Ressourcen appelliert. "Nature is speaking - Die Natur braucht den Menschen nicht - aber der Mensch braucht die Natur!" ist eine weitere Warnung an den Menschen, welcher den Klimawandel und globale Veränderungen oft wenig Bedeutung opfert. Link: https://www.youtube.com/watch?v=XcYcNAr2YTs

Doch die Plusgrade am Nordpol während der Polarnacht, die neuesten Erkenntnisse aus Meteorologie und Naturwissenschaft, sowie die erschreckenden Bilder verhungernder Eisbären am Nordpol sollten den Menschen nahe gehen. Die Erkenntnisse und Beschlüsse von Paris sollten endlich einmal zukunftsweisend sein, so dass auch unsere Kinder noch einen schönen Planeten erleben können.

© Stefan Schwager



Zurück zur Jahresübersicht
Letzte Aktualisierung: 24.04.2017 , Kontakt/Impressum, Site Log, Login