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Aktuelle Info Oktober 2013

Aktuelle Info vom 21. Oktober 2013: Exkursion ins Raumfahrtmuseum nach Kaluga


Liebe Sternenfreunde,

vom 05. bis zum 12.10.2013 hatte ich die einmalige Chance nach Russland zu kommen, denn meine Klasse machte dorthin eine Abschlussfahrt. Neben den vielen Sehenswürdigkeiten in Moskau, wie der Basilius Kathedrale, dem Rote Platz, Kaufhaus GUM und dem Kremel machten wir einen Ausflug nach Kaluga.

Kaluga ist eine kleine Stadt in Russland, welche 178 km südwestlich von Moskau entfernt liegt und eine Einwohnerzahl von 324.000 Menschen hat. In dieser kleinen Stadt gibt es ein sehr berühmtes Raumfahrtmuseum, welches wir an diesem Tag besuchten. Es wurde 1967 von Juri Gagarin und Sergei Pawlowitsch Koroljow persönlich mit gegründet. Diese beiden Persönlichkeiten, haben wichtige Meilensteine in der Raumfahrt gesetzt.

Juri Gagarin ist wohl einer der bekanntesten russischen Raumfahrer, denn er war der erste Mensch der mit einer Rakete ins Weltall flog und die Erde in 1 h 48 min umrundete. Koroljow war kein Kosmonaut, sondern ein berühmter Raketenentwickler. Einige seiner Entwicklungen, wie die Sojus Rakete und das Sojus Raumschiff, werden heute noch genutzt. In diesem Raumfahrtmuseum lernt man viel über die Geschichte der russischen Raumfahrt. Dort sind viele spannende Exponate ausgestellt, wie z.B. originale Mitschriften und Unterschriften von Juri Gagarin und Walentina Tereschkowa. Und was auch auf gar keinem Fall in einem Raumfahrtmuseum fehlen darf, ist natürlich die Weltraumnahrung. Von Kaffee in der Tube bis Fleisch in eingeschweißten Tüten und Dosengerichte gab es dort alles was das Herz begehrt.

Hinter dem Raumfahrtmuseum steht, nicht zu übersehen, eine große Wostok Rakete. Das Tolle ist, dass man sich genau unter die Rakete stellen kann und merkt wie groß diese in Wirklichkeit ist. Echt der Wahnsinn! In der Stadt Kaluga selbst gibt es viele weitere Denkmäler über die Raumfahrt. Zum Beispiel das Juri Gagarin Denkmal gleich am Ortseingang, welches in den Abendstunden sehr schön beleuchtet wird.

Der berühmte Raumfahrtpionier, Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski, lebte eine Zeit lang in Kaluga. Wir als Klasse haben dann das Haus besucht wo er gelebt hatte. Dort haben wir über sein Leben und seinem Schaffen als Pionier der Raumfahrt viel Erfahren. Sehr interessant zum Beispiel war, dass Ziolkowski den ersten Windkanal in Russland gebaut hatte und verschiedene Objekte auf ihren Luftwiderstand geprüft oder diesen bestimmt hatte. Weiterhin formulierte er die These, dass die Verwendung von flüssigen Raketentreibstoffen viel leistungsstärker ist um in den Weltraum zu gelangen. Mit dem Aufstellen der Raketengrundgleichung, die er 1903 veröffentlichte, gelang er zum Höhepunkt seiner Arbeit. Diese Gleichung beschreibt die Grundlagen eines Raketentriebwerkes. Außerdem entdeckte er noch viele weitere Dinge, welche die Raumfahrt voran brachten. Ziolkowski lebte dann bis an sein Lebensende in Kaluga, wo er 1935 verstarb.

Dieser Tag war sehr Erlebnisreich und man hat viel gesehen und erfahren von der Geschichte der russischen Raumfahrt.

Mit freundlichen Grüßen,
Sabrina Hofmann
Sternwarte Riesa e.V.



Aktuelle Info vom 19. Oktober 2013: Mondfinsternis und Vereinsjubäum am 28.10.13


Liebe Sternenfreunde,

die 3. und letzte Mondfinsternis des Jahres 2013 konnte in der Nacht zum Samstag erfolgreich beobachtet werden. Bei klarem Wetter und Temperaturen um den Gefrierpunkt quartierten sich die Sternenfreunde Riesa ab 23 Uhr auf dem Flugplatz Canitz ein und bauten ihre Teleskope, Kameras und Ferngläser zur Beobachtung auf. Bereits die ersten Testbeobachtungen bewiesen die sehr klare und ruhige Luft, so dass mit Spannung auf die "MoFi" gewartet wurde.

Wie wurde die Finsternis beobachtet und was konnte dokumentiert werden?


Eine Halbschattenfinsternis des Mondes ist ein schwieriges Beobachtungsereignis am Nachthimmel, denn rein visuell sind nur sehr schwache, unauffällige Veränderungen des Vollmondes zu bemerken. Aufmerksame Beobachtung und fotografische Dokumentation können den Nachweis bringen, dass sich die Helligkeit des Mondes tatsächlich verändert. So wurde die Teleskopkamera auf manuelle Werte eingestellt und alles dafür vorbereitet, den gesamten Verlauf mit identischen Werten zu dokumentieren. Dies ist wichtig, denn der Mond hat zu Vollmond an diesem Tag eine ganz bestimmte Helligkeit, welche sich eigentlich innerhalb dieser Nacht nicht ändern sollte. Wenn aber im Falle einer Mondfinsternis die Mondhelligkeit schwankt, dann kann man bei gleichbleibender Belichtungszeit, ISO und Blendenzahl Helligkeitsveränderungen auf den Bildern dokumentieren. Lässt man die Kamera automatisch belichten, dann gleicht der Computer diese natürlich entstandene Helligkeitsschwankung automatisch wieder aus und man würde keinen Unterschied merken.
Auf den Fotos erkennt man einen deutlichen Helligkeitsunterschied vor dem Eintritt in den Halbschatten um 23:15 Uhr und während der maximalen Finsternisphase um 01:49 Uhr. Die Einzelaufnahme der maximalen Finsternisphase zeigt eine deutliche Abschattung der südlichen Mondhemisphäre, welche sonst strahlend hell das Aussehen des Mondes prägt. Auffällige Strahlenkrater, wie "Tycho" und die gesamte südliche Hochebene waren in ein sanftes Grau getaucht. Im direkten Vergleich ist der Unterschied sehr deutlich zu erkennen. Bei der Beobachtung zwischen diesen beiden Momenten sind 2,5h vergangen , so dass der LIVE Beobachter dies nur schwer spürt, weil sich das menschliche Auge dieser Helligkeitsschwankung anpasst.

Warum verdunkelt sich der Mond sogar im Halbschatten der Erde?


Zum Zeitpunkt der normalen Vollmondphase bilden Sonne, Erde und Mond exakt eine Linie im Weltall und der Mond wendet der Erde 100 % seiner Tagseite zu. Die Menschen können nun auf der Nachtseite der Erde einen voll ausgeleuchteten, hellen Mond beobachten. Wird der Mond nun aber von einem Teil der direkten Sonneneinstrahlung durch den Halb- oder Kernschattenkegel der Erde abgeschattet, so kann seine Oberfläche nur noch das restlich verbleibende Licht zurück reflektieren. Das macht auch einen im Halbschatten "verfinsterten" Vollmond merklich "Dunkler" als gewöhnliche Vollmonde! Tritt der Mond während einer partiellen, oder totalen Mondfinsternis nun auch noch teilweise oder komplett in den Kernschatten der Erde ein, so wird es noch dunkler und immer weniger Licht der Sonne kann die Oberfläche des Mondes treffen. Doch totale Mondfinsternisse sind weitaus seltener zu beobachten, auch wenn sie statistisch gesehen häufiger auftreten als totale Sonnenfinsternisse.

Sind im Jahre 2014 wieder Mondfinsternisse zu sehen?


Im Jahr 2014 finden insgesamt zwei Totale Mondfinsternisse statt, aber keine davon können wir von Deutschland aus beobachten, da der Mond zu diesen Zeitpunkten bereits untergegangen sein wird. Erst am 28.Septmeber 2015 haben wir wieder die Chance eine totale Mondfinsternis von Deutschland aus zu sehen - wenn das Wetter denn mitspielt. Dies war also für mehr als ein

Aktuelle Info vom 17. Oktober 2013: Tipps zur Beobachtung der Halbschattenmondfinsternis Samstag Morgen


Liebe Sternenfreunde,

in der Nacht von Freitag zu Samstag wird es ein kleines Himmelsschauspiel geben, denn es wird zu diesem Vollmond eine Halbschattenmondfinsternis zu bemerken sein. Bereits am 25.Mai gab es eine solche schwache Mondfinsternis zu sehen, doch diese war so gering, dass es keinen messbaren Effekt zu beobachten gab. Die kleine partielle Mondfinsternis vom 25.April 2013 kommt dem Anblick des bevorstehenden Ereignisses wohl am nächsten. Damals "verfinsterte" sich der Mond nur zu knapp 2% im Kernschatten der Erde, stand aber zu dieser maximalen partiellen Phase zu 100% im Halbschattenkegel unseres Planeten. Wenn der Mond am Samstagmorgen um 01:50 Uhr Sommerzeit erneut zu 79% im Halbschatten der Erde stehen wird, haben wir das Maximum dieser zu erwartenden Halbschatten - MoFi erreicht. Zugegeben ist diese Finsternis nur etwas für Profis, aber auch der Laie wird bei günstigem Wetter eine Farbveränderung am Vollmond feststellen können.

Was wird man beobachten und festhalten können?


Beobachtet man den Mond bis 23:45 Uhr, so wird man einen typisch hell - weißen Vollmond sehen können (1.Vergleichsfoto machen!). Wenn dieser dann kurz vor 2 Uhr zu gut 3/4 im Halbschatten der Erde steht, dann sollte er etwas lichtschwächer sein und sich grau bis gelb gefärbt haben, obwohl er noch immer hoch am Nachthimmel steht (2.Vergleichsfoto machen!). Gegen 4 Uhr wird er wieder aus dem Erdschatten verschwunden sein und als "gewöhnlicher" Vollmond im Westhimmel stehen (3.Vergleichsfoto machen!). An Hand von Vergleichsfotos kann der Beobachter Veränderungen in Farbe und Helligkeit bemerken. Wichtig dabei ist, dass diese mit selben Aufnahmewerten (ISO, Belichtungszeit, Blende, Weißabgleich) gemacht sind. Am besten die Kamera in den Manuellen Modus nutzen und diese Werte an Hand von Testbildern voreinstellen. Zum Zeitpunkt der maximalen Phase sollte man auch eine leichte Verdunkelung am südlichen Mondrand feststellen, welche manchmal auch visuell zu beobachten ist. Hier sollte man sehr genau hinschauen!

Was passiert astronomisch bei einer solchen Halbschattenfinsternis?


Halbschattenmondfinsternisse sind in der Regel keine sehr auffälligen Mondfinsternisse und dennoch handelt es sich um eine sehr seltene Konstellation im Sonnensystem. Denn genau zum Zeitpunkt des Maximums bilden die Sonne, die Erde und der Mond eine exakte Linie im Planetensystem. Dies ist die Grundlage dafür, dass der Vollmond überhaupt in die Nähe des Schattenkegels der Erde gelangen kann. Im Idealfall schiebt sich der Mond bis ins Zentrum dieses Schattenkegels, dem sog. Kernschatten der Erde. Dann können wir von der gesamten Nachtseite der Erde aus eine totale Mondfinsternis sehen. Die letzte Totale Mondfinsternis war für uns am 15.06.2011 zu beobachten und die nächste wird es in unseren Breiten erst wieder am 28.September 2015 zu sehen geben.

Wer wird diese Finsternis beobachten und kann man mitmachen?


Am Samstagmorgen wird der Mond aber nur mit seiner südlichen Halbkugel in den Halbschatten der Erde eintreten und zumindest für eine kleine astronomische Sensation sorgen. Die Sternenfreunde Riesa werden sich mit Kameras und Teleskopen auf die Spur begeben und diese Finsternis dokumentieren. Wer mit dazu kommen möchte oder Fragen bei der Fotografie der Finsternis hat, kann sich bei den Sternenfreunden am Telefon unter 0173 8076841 melden.
Allen MoFi Jägern viel Erfolg beim Beobachten und hoffen wir auf gutes Wetter.

Stefan Schwager / Leiter Sternwarte Riesa
© Sternwarte Riesa
Leiter Sternwarte Riesa



Aktuelle Info vom 1. Oktober 2013: Bilder und Bericht aus CERN


Liebe Sternenfreunde,

hier eine aktuelle Meldung einer Exkursion zum wohl geheimnisvollsten Ort der Gegenwart: CERN.

Wir, 4 Sternenfreunde aus Riesa hatten am 29.09.2013 die einmalige Chance den größten Teilchenbeschleuniger der Welt zu besichtigen. Nach einer Beobachtungsexpedition in Skandinavien, waren wir 24h später knapp 1800km weiter südlich in der Nähe von Genf im CERN zu Besuch. Hier hatten wir (vielleicht als Erste Riesaer überhaupt?) die Chance nicht nur vieles über dieses 50 jährige Erfolgsgeschichte dieses Forschungsgeländes zu erfahren, sondern auch in spezielle Sektionen Einblick zu bekommen. Wir besuchten das große Rechenzentrum von CERN, eine gigantische Ansammlung von Hochleistungsrechnern, Lüfteranlagen und Datenmengen, die wir uns gar nicht vorstellen können. Dort werden täglich 1 PB (=Petabyte; =1000 TB Terabyte) an Daten gesichert und verarbeitet werden. Das entspricht einem über 1200m hohen Turm aus CD Datenträgern PRO TAG! Was viele nicht wissen ist, dass an diesem Ort des CERN 1993 das WorldWideWeb entwickelt und öffentlich gemacht wurde. Als weiteres Highlight waren wir am "AD - Antiprotonendecelerator" in welchem die mysteriöse Antimaterie erforscht wird. In einem gigantischen "Monster" aus Magneten, Drähten, Sensoren und Röhren werden Teilchen auf Fast - Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und in energiereichen Kollisionen wird hier diese Antimaterie erzeugt. Hier wird die gegenwärtige Existenz des Universums erforscht, welche maßgeblich aus Materie besteht, also das was wir kennen und aus was wir bestehen. Dennoch gibt es Antimaterie, eine Spiegelwelt der Materie, welche aber nicht gleichzeitig mit Materie existieren kann und so nur sehr schwer zu entdecken war und noch schwerer zu erforschen ist. Eine Herausforderung der Gegenwart und Zukunft und ein überaus spannendes Thema.

Zweifelloses Highlight war der Besuch des "LHC Ringes" in 136m Tiefe - dem weltgrößten Teilchenbeschleuniger. Wir durften das LHCb ("Large Hadronen Collider Beauty Experiment") dem sog. "Radio Frequency Cavities Accelerator". Wir durften auf Tuchfühlung mit der Technik im Beschleunigertunnel gehen und waren für eine kurze Zeit Teil dieses wohl modernsten und teuerstem Experimentierlabor der Welt. Allein die Magneten für einige Abschnitte der Detektoren verschlingen die Energie einer Kleinstadt PRO TAG! In diesem noch recht neuem Abschnitt unter der Erde wird nach den Grundsubstanzen des Universums gesucht und so wurde vor einigen Jahren erst Geschichte geschrieben und das sog. "Higgsteilchen" entdeckt, welches den Elementarteilchen der Welt die Masse verleiht. Ohne dieses Teilchen gäbe es keine Schwerkraft, keine Masse und somit nicht das Universum, wie wir es heute kennen. Über eine Stunde lang durften wir Einblick in diese geheimnisvolle Technologie bekommen und es war überwältigend dies selbst zu sehen. Seit Jahren halten Mitglieder des Sternwarte Riesa e.V. Vorträge über das CERN Projekt und die Beschaffenheit des Universums. In den jährlich stattfindenden Astronomiewochen und Teleskoptreffen informieren wir die interessierte Öffentlichkeit über diese spannende Forschung und nun können wir aus 1.Hand darüber berichten.

Als Überraschung trafen wir zufällig den Direktor des CERN, den deutschen Professor Dr.Rolf - Dieter Heuer. Dieser begrüßte uns freundlich und fragte uns, woher wir kommen. Wir stellten uns als Riesaer Sternwarte vor und er zeigte sich sehr beeindruckt über die Aktivitäten unseres Teams in der Region. Dass wir als junge Menschen uns für die Naturwissenschaft und naturwissenschaftliche Bildung einsetzen, erfüllt ihn mit Stolz und er wünschte uns weiterhin viel Glück. Nach einem netten persönlichen Gespräch mit ihm signierte er uns natürlich auch noch ein paar Bücher und ein gemeinsames Foto wurde ebenfalls erlaubt. Seine Widmung in das Buch des Sternwarte

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