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Aktuelle Info Januar 2014

Aktuelle Info vom 20. Januar 2014: Rosetta ist erwacht


Die Raumsonde Rosetta ist heute aus ihrem Schlaf erwacht und fängt damit an ihre Messinstrumente in Betrieb zu nehmen. Doch was ist Rosetta eigentlich?

Rosetta ist eine Raumsonde die von der Europäischen Weltraumagentur ESA (European Space Agency) am 2. März 2004 gestartet ist. Gebaut wurde die Sonde bei ASTRIUM in Friedrichshafen.

Ihre Mission: Erreichen des Kometen Tschurjumow-Gerasimenko.
Tschurjumow-Gerasimenko ist ein kurzperiodischer Komet und wurde im Jahre 1969, von Klim Iwanowitsch Tschurjumow und Swetlana Gerasimenko, entdeckt.
Bis sie jedoch den Kometen erreicht dauert es noch ein paar Monate. Am 10. November soll der 100 kg schwere Lander Philae, dann auf dem Kometen aufsetzten. Philae besitzt viele Messsensoren und Experimente an Bord, damit untersucht er den Kometen und sendet diese Daten an Rosetta weiter. Rosetta schickt dann diese gewonnen Daten an die Erde und die Wissenschaftler untersuchen die Daten dann genau und ziehen Rückschlüsse auf die Beschaffenheit des Kometen.

Zuerst wurde jedoch ein anderer Komet vorgesehen. Wegen Schwierigkeiten des Raketenprogramms musste diese Mission abgesagt werden und auf einen anderen Kometen umgelenkt werden. Während ihres Fluges fliegt Rosetta an zwei anderen Asteroiden vorbei. Ab dem 20. Januar beendet Rosetta ihren Tiefschlaf und empfängt die ersten Signale. Im August 2014 ist dann Rosetta sehr nah am Kometen und kartografiert diesen. Danach ist die planmäßige Landung am 10. November 2014 auf dem Kometen.

http://sci.esa.int/rosetta

http://www.esa.int/Our_Activities/Space_Science/Rosetta

http://www.astrium.eads.net/de/nachrichten/

Aktuelle Info vom 8. Januar 2014: Aktuelle Bilder der Sonnenflecken und Infos Polarlicht


Liebe Sternenfreunde ,

ein kurzes Update zur Sonnenaktivität. Heute Morgen kurz nach Sonnenaufgang konnte ich die Sonne noch im Teleskop erwischen und ein paar Aufnahmen gewinnen. Die Fleckengruppe ist eindrucksvoll und echt groß.

Sonnenflecken sind starke Aktivitätsregionen auf der Sonnenoberfläche, welche vor allem von Störungen des solaren Magnetfeldes verursacht werden. An diesen Stellen "bricht" die Sonnenoberfläche auf und Gasausbrüche, Flares und Materie schießen mit unvorstellbaren Geschwindigkeiten von mehreren tausend Kilometern pro Sekunde ins All. Durch die heftigen Reaktionen und Geschwindigkeiten an diesen Stellen der 6000 ° K heißen Photosphäre kommt es zu lokalen Abkühlungen von 2000 - 3000° K. Dies hat zur Folge, dass diese Stellen nicht mehr so viel Licht abstrahlen, wie die ungestörte Sonnenoberfläche - ein Sonnenfleck wird sichtbar!

Sonnenflecken sind schon seit tausenden Jahren im asiatischen Raum überliefert und spätestens seit der Zeit Galileis von Teleskoperfindung im Jahre 1609 in der westlichen Welt bekannt. Seitdem werden sie wissenschaftlich erforscht und täglich beobachtet. Die tägliche Beobachtung ist sehr bedeutsam, da wir nur so ein genaueres Verständnis über die Prozesse im Inneren unsere Sonne bekommen können. Die Sonne ist ein Stern mit vielen Rätseln und täglich kommen neue Erkenntnisse durch Satelliten- und Beobachterdaten hinzu.

Sonnenflecken wie die derzeitigen sind dabei von besonderem Interesse, da sie sehr komplexe Strukturen zeigen und somit viel über das Magnetfeld der Sonne an dieser Stelle verraten. Die Gruppe 1944 wird als eine der Größten der letzten 10 Jahre klassifiziert und hat mit über 200 000km Ausdehnung eine unglaubliche Größe. Wenn diese dann noch starke Ausbrüche, wie gestern Abend hervorbringen, dann besteht große Aufregung bei Sonnenfans, denn die Chance auf sichtbares Polarlicht steigt auch für den mitteleuropäischen Raum.

Polarlichter stehen in direktem Zusammenhang mit Sonnenaktivitäten und sog. Sonnenstürmen, welche das Magnetfeld der Erde treffen und dabei die Luftmoleküle der Atmosphäre zum Leuchten bringen. Je mehr Energie ankommt, desto breiter ist die Sichtbarkeitszone auf der Erde. In den Nächten vom 9. bis 11.01.2014 besteht aktuell Polarlichtwarnung und bei gutem Wetter sollte man den Nordhimmel im Auge behalten. Genaue Prognosen sind schwierig und Warnungen sind immer mit einem gewissen Restrisiko möglich. Erst nach einem Ausbruch kann man ermitteln, wie lange die Energiewolke für die knapp 150.000.000 Kilometer von der Sonne zur Erde benötigt. Somit kann man maximal Vorhersagen für 2-3 Tage im Voraus treffen, denn länger benötigt die Materiewolke nicht für diese lange Reise. Ein irdischen Raumschiff wäre bei derzeitigem Stand der Technik mindestens 2 - 4 Jahre zur Sonne unterwegs.

Diese Fleckengruppe trägt noch immer enormes Potential jederzeit wieder große Ausbrüche der M oder X Klasse hervorzubringen. Es bleibt also spannend und wir beobachten das weiter. Viel Glück bei der Polarlichtjagd.

© Sternwarte Riesa / Schwager

Aktuelle Info vom 7. Januar 2014: Sonnenaktivität und 1.Frühjahrsboten sichtbar


Liebe Sternenfreunde,

die derzeitige Wetterlage bringt uns fast schon in frühlingshafte Stimmung. Temperaturen über 10 Grad und milde Luft mit einer wärmenden Sonne. Die Wetterstation der Sternwarte zeigte heute in eine gefühlte Temperatur von 16°C an und im Schatten waren es kurz nach Mittag 12° C mild. Ungewöhnlich für den Januar, welche im Durchschnitt eigentlich Minusgrade zeigen müsste. Doch selbst in der Nacht wurde es nicht wirklich kühler, so dass Temperaturen von bis zu 8° gemessen wurden. Kein Wunder also, dass der Blick in den Garten und die Fauna der Natur schon die ersten Frühlingsboten entdecken lässt. Etliche Frühblüher gucken vorsichtig durch die Erde und auch Bäume und Sträucher beginnen ihre Knospen farbig auszutreiben. Doch wenn sogar Flieder, Pfirsich und Rosen austreiben, dann ist das ein Signal: etwas stimmt nicht, denn dazu ist es für den Januar viel zu warm und für diese Pflanzen noch viel zu früh! Auch als aktiver Wetterbeobachter und nachaktiver Sternengucker, kann ich mich nur an sehr wenige solch milde Januartage erinnern. Das nicht immer Schnee liegt im Januar, ok, aber solch milde Temperaturen über viele Tage? Das ist wirklich ungewöhnlich!

Laut wissenschaftlicher Wetterstatistik der letzten 25 Jahre hätte dieser Tag mit einer mittleren Temperatur von 3,6° Tagsüber und -1,4° nachts zu Buche gehen müssen. Doch die tatsächlichen Werte wurden dreimal so hoch. Im Jahre 1991 war es sogar noch wärmer, denn da wurden 15,5° C gemessen und im völligen Kontrast dazu steht der 7.Januar 2009, an welchem klirrend kalte -18,9°C erreicht wurden. Aber so wechselhaft kann das Wetter jedes Jahr sein und dennoch sollte man die Einflüsse eines vielleicht stattfindenden Klimawandels nicht ganz außer Acht lassen, welcher eine deutliche Beobachtung gibt: dieses Wetter ist für Januar nicht typisch!

Die astronomische Beobachtung der Sonne hingegen sorgt derzeit für Sensationen, denn es befindet sich die gigantische Sonnenfleckengruppe mit der Bezeichnung AR1944 auf der Erdzugewandten Seite. Es ist einer der größten Flecken, die seit langem auf der Sonne zu sehen waren. Allein die schwarzen Zentren der Fleckengruppen (sog. Umbra) zeigen Durchmesser von bis zu 3 -4 Erdgrößen! Die komplexe Struktur dieser zentral gelegenen Gruppe beeindruckt derzeit Beobachter und Forscher auf der ganzen Welt. Diese Gruppe besitzt das Potential, einen großen Sonnenausbruch zu erzeugen, welcher energiegeladene Materie in Richtung Erde schleudern könnte und im besten Fall für ein sichtbares Polarlicht sorgen könnte. Doch eines sei hier deutlich gesagt: diese Erscheinung der Sonnenflecken hat nichts mit den milden Temperaturen bei uns zu tun, denn vergleicht man das Geschehen in den USA mit dem europäischen Wetter, so wiederspricht sich diese Vermutung, da wir derselben Sonne ausgesetzt sind, mit denselben Sonnenflecken! Ein direkter Zusammenhang zwischen Klimaveränderung und Sonnenaktivität ist wissenschaftlich nicht belegt und astronomisch nahezu ausgeschlossen. Die Sonne befindet sich derzeit in einem sog. Sonnenaktivitätsmaximum und durchläuft diese aktive Phase in der Regel aller 11 Jahre. Große und häufige Sonnenflecken sind somit zu erwarten und völlig natürlich. Es ist eine beeindruckende Gruppe, welche wir noch ca. 1 Woche in den Teleskopen verfolgen können.

Allen ein paar schöne Wintertage und bitte helfen Sie der Sternwarte Riesa bei der Fortsetzung der Vereinsarbeit. Werden Sie Fördermitglied für 5€ im Monat und unterstützen Sie den Verein rein finanziell damit. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: Zur Spenden Seite

© Sternwarte Riesa / Schwager Die Inhalte dieser Nachricht sind ausschließlich dem Empfänger vorbehalten und dürfen nicht an Dritte weitergegeben, oder zur externen Korrespondenz genutzt / zweckentfremdet werden.

Aktuelle Info vom 7. Januar 2014: Polarlichtalarm durch einen Sonnensturm der großen Fleckengruppe!


Liebe Sternenfreunde,

kaum hatte ich es vor wenigen Stunden in Bezug auf die große Sonnenfleckengruppe angekündigt, schon ist es passiert: Die Fleckengruppe AR 11944 hat in den Abendstunden des 7.Januar 2014 einen erdgerichteten CME (= koronaler Massenauswurf) hervorgebracht ! Die Sonnensatelliten STEREO sind zur Überwachung der Sonnenaktivtäten und sog. SPACEWEATHER (=Weltraumwetter / Sonnenaktivität) in zwei Erdfernen Punkten der Erdbahn installiert und sollen derartige Sonnenausbrüche genau überwachen und deren Ankunft an der Erde möglichst präzise vorhersagen. Dies ist von entscheidender Bedeutung für das globale Satellitennetz, denn diese Sonnenausbrüche tragen energiegeladenen Teilchen, welche die Elektronik von Satelliten und Kommunikationsnetzen stören können. Damit diese nicht zerstört werden, helfen u.a. die STEREO Daten, um das genaue Eintreffen der Wolke vorauszuberechnen und die Systeme vorsichtshalber abschalten zu können.

Koronaler Massenauswurf CME mit über 1000km/s (!!!!) unterwegs zur Erde

Die Materiewolke ist derzeit mit schätzungsweise 1064 km/s unterwegs und benötigt von der Sonne bis zur Erde noch ca. 40 - 50h. Wenn diese dann eintrifft und auf das Erdmagnetfeld trifft, dann wird es an beiden Polargebieten herrliche Polarlichter geben. Wenn die Energie ausreichend genug ist und sich diese Sichtbarkeitszone, das sog. Polarlichtoval weit genug nach Süden ausdehnt, dann können auch wir in Mitteldeutschland mit etwas Glück die "Aurora Borealis" sehen. Nun gilt es abwarten und auf gutes Wetter hoffen.

POLARLICHTWARNUNG wurde bereits ausgerufen!

In den Nächten vom 9./ 10. und in der Folgenacht vom 10. /11.Januar 2014 sind Polarlichter über Deutschland möglich! Die beste Sichtbarkeit liegt in der Zeit nach Mitternacht, da die Sichtbarkeitszone der "Aurora", das sog. Polarlichtoval, zu dieser Zeit am nächsten über Mitteleuropa steht. Starke Polarlichter wie z.B. im Herbst 2003 haben aber bereits Sichtbarkeiten ab 18 Uhr, also kurz nach Einbruch der Dunkelheit, möglich gemacht. Damals funkelte der Himmel stundenlang in grünen, roten, blauen und orangenen Farben und verzauberte Millionen von Menschen weltweit.

Auch in Riesa wachsam am Nordhimmel wird beobachtet werden

Die Sternenfreunde Riesa werden in diesen Nächten jede Chance zum Beobachten und fotografieren nutzen. Jeder kann es auch selbst versuchen, ABER GEDULD ist äußerste Voraussetzung! Es kann passieren, dass stundenlang nichts passiert, dann aber plötzlich ein Feuerwerk am Himmel losgeht. Also nicht aufgeben und einfach an einem dunklen Ort mit freier Sicht zum Nordhimmel blicken. Am besten heute schon einmal den Nordhimmel testen, um zu wissen, wie er "normalerweise" aussieht. Wenn Polarlicht erscheint, wird der Himmel aufgehellt, denn Polarlichter sind großflächige Leuchterscheinungen. Die Bilder der letzten Jahre geben ein paar Anhaltspunkte und Beispiele dafür!

Viel Glück allen Polarlichtjägern und denen die es werden wollen. Wir blicken die kommenden Tage weiterhin auf die gigantische Sonnenfleckengruppe, denn es kann gut sein, dass noch mehr solcher Ausbrüche passieren, wenn man die Größe dieser Gruppe betrachtet! Beachten Sie auch die Warnskalen für Polarlicht und Sonnenaktivität auf der Startseite www.Sternenfreunde-Riesa.de. Hier werden Tipps veröffentlicht, sobald was los ist.

Mit sonnensturmfreundlichen Grüßen
Stefan Schwager
Leiter Sternwarte Riesa

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